Das sozial-emotionale Handicap („Junge Wilde & Co“) – Ursachen

Erscheinungsformen – Betreuungsbedarf

Sie sind aggressiv, schwierig im Umgang und zeigen kaum Ausdauer, wenn es um die Bewältigung von schulischen oder beruflichen Anforderungen geht. Nahezu anlassfrei kommt es bei Ihnen zu Impulsdurchbrüchen. Insgesamt verfügen sie über nur geringe Möglichkeiten zur Steuerung ihrer Emotionen. Ihre Kernempfindung besteht in einem massiven Angsterleben angesichts alltäglicher Herausforderungen. Auffallend ist ihre geringe Verinnerlichung sozialer Orientierung, die sich in anhaltend schwierigem Sozialverhalten ausdrückt. 

Diese – wenig fachlich, aber zutreffend – als „Junge Wilde“ bezeichneten Kinder, Jugendlichen und (meist jungen) Erwachsenen stellen derzeit pädagogische Mitarbeiter*innen in Einrichtungen der Jugendhilfe wie Behindertenhilfe gleichermaßen vor große Herausforderungen.

Im Seminar wird mit Verweis auf aktuelle Erkenntnisse der sozialen Neurowissenschaften vermittelt wie es im Fall eines sozial-emotionalen Handicaps – so der fachlich angemessenere Begriff – zu derart blockierenden Entwicklungen von Emotion und Sozialverhalten kommen kann.

Diese Erkenntnisse werden genutzt, um typische im Alltag zu beobachtende Erscheinungsformen (z.B. Aggressionen, Fluchtverhalten, fehlendes Einfühlungsvermögen) richtig einzuordnen, angemessene Interventionen zu wählen und eine passende Entwicklungsplanung/ Betreuungsplanung zu erstellen. Themen: 

  • das sozial-emotionale Handicap – unklare Ausgangsdiagnosen – notwendige Abgrenzungen
  • Kennzeichen des sozial-emotionalen Handicaps 
  • das Fehlen früher Bindungserfahrungen – Folgewirkungen für das kindliche Stresssystem•die Entstehung tiefgreifender Störungen der Stressregulation
  • Arbeiten mit den Überlebenssystemen und Entwicklungssystemen
  • der richtige Betreuungsrahmen (räumliche und interaktive Anforderungen)
  • das Mehrphasenmodell der Betreuung
  • Anforderungen an Bezugsbetreuung und Art Teamarbeit 
  • passende Hilfen im Wohnen, in der schulischen Betreuung und bei der Teilhabe am Arbeitsleben

Das sozial-emotionale Beeinträchtigungen mit Defiziten in der Stressverarbeitung in Verbindung stehen, werden in einem weiteren Schritt Verfahren systemischer Stressregulation (IsyS) in der Anwendung auf diese Störungsbilder vorgestellt. 

LeitungAnke Wagner – Soziologin (M.A.), Kunstpädagogin (M.A.) mit Schwerpunkt Kunsttherapie, Inhaberin Institut für analoge Kommunikation und empower your roots (Yoga (RYT), Thai-Yoga)
Winfried Klaes – Dipl. Psychologe, Familientherapeut, Supervisor, Institut für konstruktive Psychologie
Kostenzweitägige Veranstaltung: 250,-€ (inkl. MwSt) ohne Verpflegung und Unterkunft
OrtAnalog Werkstatt, Neustrasse 41, 54516 Wittlich
InhouseAlle Seminare können auf Anfrage auch als Inhouse-Veranstaltungen durchgeführt werden.

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