Wie Stressregulation bei „Jungen Wilden“ gelingt

Basal wirksame und stressreduzierende Verfahren in der Betreuung von Menschen mit sozial-emotionalem Handicap

Junge Erwachsene mit einem sozial-emotionalen Handicap (Junge Wilde) benötigen in ihren Betreuungs- und Rehabilitationsangeboten ein spezielles bindungsbasiertes Betreuungsangebot in Kombination mit einem reizreduzierendes Setting, das an die Besonderheiten ihres fehlgesteuerten Stresssystems angepasst ist.

Zum anderen sollten Pädagogen in der Betreuung dieser Personen über spezielle Interventionsmöglichkeiten zur Regulierung der gestörten Prozesse in der Stressverarbeitung verfügen. Im Seminar wird zunächst die massive Störung im Stressregulationssystem sg. „Junger Wilder“ als deren spezifische Handicapform erläutert und hiervon ausgehend gezeigt welche besonderen Voraussetzungen in der Kontaktaufnahme und in der Ausgestaltung von Lebensumwelten notwendig sind.

Anschließend wird mit dem Inventar systemischer Stressregulation (IsyS) als Bestandteil eines mehrstufigen Betreuungskonzepts eine Methodenkoffer vorgestellt, mit dessen Hilfe präventiv auf problematisches Verhalten wie Verlust der Impulskontrolle, allgemeine Erregungszustände und Fluchttendenzen bei Menschen mit sozial-emotionalen Beeinträchtigungen eingewirkt werden kann.

Im Seminar lernen die Teilnehmer*innen Techniken kennen, mit deren Hilfe es möglich ist möglichst rasch Bindung aufzubauen und eine Brücke zwischen unbewussten Vorgängen und bewusster Verarbeitung zu schlagen, um auf diesem Weg positiv auf die Verhaltenssteuerung Einfluss zu nehmen.
Zu diesen Methoden gehören …

  • körperorientierte Verfahren, die eingesetzt werden um auf basale Weise Bindung aufzubauen, unmittelbar auf die Absenkung von Erregungszuständen einzuwirken, langfristig das Nervensystem zu beruhigen, begleitende körperliche Auswirkungen der Regulationsstörung zu verbessern, um auf diesem Weg das Wohlbefinden insgesamt zu steigern.
  • handlungsorientierte Verfahren, die darauf ausgerichtet sind mittelbar – über Erfahrungen im Rahmen spezifischer Tätigkeitsmuster – das Impulsgeschehen positiv zu beeinflussen, Handlung sinnstiftend zu integrieren und hierüber die Bereitschaft zu vermehrt eigenständiger Lösungssuche anzubahnen.

Gemeinsam mit den Teilnehmer*innen wird die Einbindung der Verfahren in deren jeweilige Arbeitsfelder und Institutionen überlegt und anhand konkreter Fallbeispiele die Planung, Vorbereitung und Durchführung von
IsyS-Vorhaben durchgespielt.

LeitungAnke Wagner – Soziologin (M.A.), Kunstpädagogin (M.A.) mit Schwerpunkt Kunsttherapie, Inhaberin Institut für analoge Kommunikation und empower your roots (Yoga (RYT), Thai-Yoga)
Winfried Klaes – Dipl. Psychologe, Familientherapeut, Supervisor, Institut für konstruktive Psychologie
Kostenzweitägige Veranstaltung: 280,-€ (inkl. MwSt) ohne Verpflegung und Unterkunft
OrtAnalog Werkstatt, Neustrasse 41, 54516 Wittlich
InhouseAlle Seminare können auf Anfrage auch als Inhouse-Veranstaltungen durchgeführt werden.

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